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Perspektivenwechsel: Von der Last zur Leichtigkeit

  • Autorenbild: Michaela Perteneder
    Michaela Perteneder
  • 17. März 2024
  • 6 Min. Lesezeit

Das Ursache-Wirkungs-Prinzip beschreibt die Beziehung zwischen einer Ursache (einem Auslöser) und ihrer Wirkung (der Folge oder dem Resultat).

Es besagt, dass eine bestimmte Ursache zu einer bestimmten Wirkung führt.

Folgende zwei Beispiele, demonstrieren den Zusammenhang von Ursache und Wirkung. Und die folgenden zwei Kurzgeschichten verdeutlichen, dass auch wenn die Ursache die selbe ist, die Wirkung durch Perspektivenwechsel geändert werden kann um Dis-Stress keinen Nährboden zu geben .


Zwei Beispiele, die das Prinzip im Zusammenhang mit Arbeit und Stress veranschaulichen:


  1. Hohe Arbeitsverdichtung: In der modernen Berufswelt nehmen die Anzahl der Aufgaben und der Zeitdruck stetig zu. Die Geschwindigkeit von Arbeitsabläufen ist enorm gestiegen, und häufige Umstrukturierungen und unsichere Arbeitsverhältnisse belasten viele Beschäftigte. Die Ursache (hohe Arbeitsverdichtung) führt zur Wirkung (Stress bei den Arbeitnehmern)  

  2. Innerer Druck: Neben äußeren Faktoren spielt auch der innere Druck eine Rolle. Arbeit hat einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft, und die Angst vor Arbeitsplatzverlust oder dem Gefühl, nicht gut genug zu sein (Ursache), kann zu Stress führen (Wirkung).


Zwei Kurzgeschichten aus dem Tagesalltag weiblicher Führungskräfte veranschaulichen das Ursache-Wirkungs-Prinzip und zeigen auf, dass je nachdem wie man darauf reagiert, sich der Stress entweder als Dis-Stress oder Eu-Stress manifestiert.


„Der Balanceakt“

SIE saß in ihrem Büro, umgeben von Bildschirmen und unzähligen unbeantworteten e-Emails in ihrem Posteingang. Der Projektstatusbericht blinkte rot auf ihrem Monitor und die Uhr tickte erbarmungslos. Sie hatte nur noch zwei Stunden, um die Präsentation für den Vorstand vorzubereiten. Die Anforderungen waren hoch: klare Zahlen, überzeugende Argumente und eine Vision für die Zukunft. Ihr Handy vibrierte und eine Nachricht von ihrem Teamleiter erschien: “Wir brauchen dringend ihre Entscheidung zur Budgetkürzung.” SIE seufzte. Es war immer dasselbe. Die Arbeitsverdichtung nahm zu, und SIE fühlte sich wie ein Hamster im Rad. SIE stand auf und ging zum Fenster. Der Blick auf die Stadt sollte SIE beruhigen, aber stattdessen sah SIE nur die Lichter der Bürogebäude, die noch immer brannten. Die Stadt schlief nie, und SIE fragte sich, ob SIE jemals aus diesem Hamsterrad ausbrechen könnte. Die Tür öffnete sich, und ihre Assistentin trat ein. “Die Präsentation ist gleich. Sind sie bereit?” SIE nickte und versuchte, ihre Nervosität zu verbergen. SIE hatte keine Wahl. Der Vorstand wartete. Während SIE den langen Flur zum Konferenzraum ging, spürte SIE den Druck auf ihren Schultern. Die Verantwortung lastete schwer auf ihr. SIE dachte an ihre Mitarbeiter, die auf SIE zählten, und an die Aktionäre, die auf gute Ergebnisse warteten. Die hohe Arbeitsverdichtung hatte ihren Tribut gefordert. Im Konferenzraum angekommen, atmete SIE tief durch. Die Präsentation begann, und SIE sprach mit fester Stimme. SIE jonglierte mit Zahlen, Fakten und Visionen. Die Bälle flogen durch die Luft, und SIE versuchte, den Balanceakt zu meistern. Als die letzte Folie auf dem Bildschirm erschien, spürte SIE Erleichterung. Die Wirkung ihrer harten Arbeit zeigte sich in den beeindruckten Gesichtern des Vorstands. Aber SIE wusste, dass der nächste Tag wieder neue Herausforderungen bringen würde. SIE verließ den Raum und lehnte sich an die Wand. Der Stress war noch da, SIE begann zu zweifeln, diese Balanceakte auch weiterhin meistern zu können.

Die Ursache dabei ist der enormem Druck. Die Projekte stapeln sich, die Deadlines sind knapp, und die Erwartungen des Vorstands sind hoch. Die Arbeitsverdichtung ist spürbar, und SIE fühlt sich oft wie ein Jongleur, der versucht, alle Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten. Die Wirkung darauf manifestiert sich in Stress. Dieser nistet sich in das Leben ein, ist also am Arbeitsplatz aber auch im Privatbereich spürbar, wenn das morgendliche Aufwachen mit einem Knoten im Magen beginnt und das Zubettgehen mit Kopfschmerzen endet. Denn die negativen Gedanken in Bezug auf die Verantwortung für ihr Team, die strategische Ausrichtung des Unternehmens und die ständige Erreichbarkeit können Ausmaße annehmen, die unkontrollierbar werden, welches sich auf Körper und Seele auswirkt.


“Der innere Sturm”

SIE saß in ihrem Büro, umgeben von Büchern, Forschungspapieren und einem Stapel unbeantworteter E-Mails. Der nächste Vortrag auf der internationalen Konferenz stand bevor, und SIE fühlte sich wie ein Schiff im Sturm. Der innere Druck war überwältigend. Die Präsentation sollte ihre neuesten Forschungsergebnisse vorstellen – ein Durchbruch in der Krebstherapie. Die Welt wartete gespannt auf ihre Erkenntnisse. SIE wusste, dass SIE es schaffen konnte, aber die Angst vor dem Versagen ließ sie nicht los. Sie blickte aus dem Fenster. Der Regen prasselte gegen die Scheibe, und der Himmel war düster. Wie ihr innerer Zustand. Die Gedanken wirbelten in ihrem Kopf: “Was, wenn die Daten nicht überzeugend genug sind? Was, wenn die Kollegen Zweifel haben? Was, wenn ich nicht gut genug bin?” SIE atmete tief durch und stützte sich auf ihre Erfahrung. SIE hatte schon viele Stürme überstanden – in der Forschung und im Leben. Als Frau in einer männerdominierten Branche hatte SIE sich oft beweisen müssen. Aber der Druck war immer da. Der Konferenzraum war voller erwartungsvoller Gesichter. SIE trat ans Pult und begann ihre Präsentation. Die Worte flossen, die Grafiken erschienen auf der Leinwand. SIE sprach über Biomarker, klinische Studien und vielversprechende Ergebnisse. Die Zuhörer hingen an ihren Lippen. Doch in ihrem Inneren tobte der Sturm. Die Angst vor dem Urteil der Kollegen, die Erwartungen der Gesellschaft, die Verantwortung für die Patienten – all das lastete auf ihr. Sie jonglierte mit Fakten und Emotionen, versuchte, den Balanceakt zu meistern. Als sie die letzten Folien zeigte, spürte SIE Erleichterung. Der Applaus der Zuhörer war wie ein Rettungsring im Sturm. Und der innere Druck verschwand, auch wenn SIE wusste, dass die nächste Herausforderung schon wartete. SIE verließ den Raum und lehnte sich an die Wand. Der Stress hatte SIE für einen kurzen Moment in den Bann gezogen, dies half ihre einen außergewöhnlichen Vortrag zu halten und sie war stolz auf ihre Arbeit. Als Frau, als Wissenschaftlerin, als Führungskraft hatte sie wieder einen Sturm überstanden. Ihre positive Einstellungen half ihr. Der innere Druck würde immer da sein, aber sie würde weiterkämpfen – für die Wissenschaft, für die Patienten und für sich selbst.


Auch hier ist die Ursache enormer Druck, die Erwartungshaltung, ihr Perfektionismus und ihre hohe Ansprüche an sich selbst. Die Erwartungen, die sie an sich selbst stellte, waren oft unerreichbar hoch. Auch hier ist die Wirkung Stress, als ihr ständiger Begleiter. Jede Entscheidung, jedes Meeting, jede Präsentation fühlte sich an wie ein Balanceakt auf einem Drahtseil. Die Angst vor dem Versagen trieb sie an und sie spürte auch die Last auf ihren Schultern. Die Gesellschaft erwartete viel von ihr – als Frau, als Wissenschaftlerin, als Führungskraft. Doch aufgrund ihres Selbstvertrauens und ihrem positiven Zugang, ihres Vertrauens und ihre förderlichen Gedanken, und ihrer Überzeugung, genau an diesem Platz richtig zu sein, um einen Beitrag leisten zu können, nagt der Stress nicht weiter, und wirkt positiv, als Eu-Stress, nicht negativ als Dis-Stress.


Worauf kommt es an? Gedanken, Gedanken, Gedanken, ...

Es kommt somit darauf an, wie man auf Stressoren reagiert. Stressoren sind teil des Alltags- und Arbeitslebens, wobei eine Anzahl an Stressoren, weit außerhalb unseres eigenen Einflussbereiches liegen. Natürlich kann man Stressoren wie Arbeitsstress, hohe Anforderungen oder Termindruck umgehen, in dem man sich anderen Dingen widmet. Wenn dies jedoch nicht der eigenen Vision und Motivation entspricht, gibt es dennoch eine Kraft mit Stress aufgrund Arbeitsüberlastung und Termindruck positiv umzugehen. Es sind grundsätzlich unsere Gedanken, Gedankenspiralen und inneren Dialoge und Selbstgespräche, die entweder negativ, angstbeladen oder positiv, stärkend sein können.


Positive Gedanken haben eine erstaunliche Kraft und können auf vielfältige Weise unser Leben beeinflussen. Positives Denken hat eine transformative Wirkung, auch wenn das Umfeld, die Einflüsse, Ursachen bedrückend sind, können wir die Wirkung darauf sehr wohl selbst steuern. Positive Gedanken und positive Selbstgespräche tragen dazu bei, Stress abzubauen und Ängste zu bewältigen. Sie führen zu Stressreduktion und Angstbewältigung. Ferner wirken sie nachhaltig positiv und fördern folglich die psychische Gesundheit. Optimistisches Denken kann die Stimmung heben, Depressionen reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden steigern. Indem wir uns selbst positiv bestärken, stärken wir unser Selbstvertrauen und unsere Selbstachtung. Positive Gedanken führen zu einem optimistischen Lebensgefühl und erhöhen die Lebenszufriedenheit. Durch positive Sichtweisen können wir Hindernisse besser überwinden und Lösungen finden. Optimismus und positive Einstellungen tragen zu harmonischeren Beziehungen bei. Positives Denken fördert die Fähigkeit, sich nach Rückschlägen zu erholen und gestärkt hervorzugehen. Insgesamt können positive Gedanken unsere Wahrnehmung, unsere Handlungen und unser Wohlbefinden auf vielfältige Weise beeinflussen. Studien belegen, dass positive Gedanken die Lebensdauer verlängern, Schmerzen reduzieren und die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten erhöhen können.


Was kann ich tun? Anfangen, anfangen, anfangen, ...

Lösungsmöglichkeiten zur Bewältigung von Stress durch Arbeitsüberlastung in Bezug auf das Fördern positiver Gedanken sind vielfältig.

Hier ein kleiner Auszug möglicher Werkzeuge, die dabei unterstützen können, negative Gedanken in positive Gedanken zu transferieren.


  • Praktizieren Sie Achtsamkeit. Beobachten Sie Ihre Gedanken, ohne sie zu bewerten. Erkennen Sie negative Denkmuster und versuchen Sie, sie loszulassen, denn negative Gedanken können uns in eine Abwärtsspirale führen, wir fühlen uns gestresst und überfordert.

  • Ersetzen Sie negative Gedanken durch positive Affirmationen. Sagen Sie sich selbst, dass Sie fähig sind und die Situation bewältigen können. Denn, unsere Gedanken beeinflussen unsere Emotionen und negative Selbstgespräche verschärfen den Stress.

  • Seien Sie nachsichtig mit sich selbst. Behandeln Sie sich so, wie Sie einen Freund behandeln würden. Verzeihen Sie sich Fehler und akzeptieren Sie Ihre menschlichen Schwächen. Wir sind oft strenger mit uns selbst als mit anderen, den Selbstkritik erhöht den Stress.

  • Fragen Sie sich: “Was kann ich aus dieser Situation lernen?” oder “Welche Chancen bietet sie?” Betrachten Sie die Herausforderung aus verschiedenen Blickwinkeln. Wir neigen dazu, uns auf das Negative zu fokussieren und verlieren den Blick für Lösungen.

Mit einem Perspektivenwechsel gelingt der Schritt  von der Stress-Last zur Stress-Leichtigkeit.

Denken Sie daran, dass Ihre Gedanken Ihre Realität beeinflussen. Indem Sie Ihre Denkmuster ändern, können Sie besser mit Stress umgehen und einem Burnout vorbeugen.

 
 
 

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Michaela Perteneder, MBA

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